
Gruppen-Psychotherapie
Nach mehreren Erfahrungen mit Gruppenpsychotherapie in verschiedenen Kontexten, wie Beratungsstellen, Kliniken und Rehaeinrichtungen bin ich überzeugt von der Wirksamkeit von Therapien im Gruppensetting. Denn wir leben von Beginn an in Gruppen: zunächst in der Familie, der Schule und Ausbildung, später auch im Arbeitsleben, in Vereinen und im Freundeskreis.
In meiner Praxis führe ich zunächst Einzelgespräche mit den PatientInnen, um dann die Therapie zu beantragen. Alle neuen Teilnehmenden der Gruppentherapien sichern zuvor schriftlich die Vertraulichkeit zu, da diese für ein vertrauensvolles Arbeiten unabdingbar ist. Eine Gruppensitzung dauert 100 Minuten und umfasst 3-9 Teilnehmende. Diese kennen sich sinnvollerweise nicht aus ihrem Alltag. Sollte dies trotzdem (meist überraschenderweise) der Fall sein und Sie treffen in der Gruppe auf Bekannte oder ArbeitskollegInnen, sollten wir das unverzüglich miteinander besprechen.
Alle meine Gruppen sind halboffen (erst wenn Teilnehmende die Therapie beenden, können neue Teilnehmende dazukommen), wobei ich viele Überlegungen im Vorfeld anstelle, welche Patientin und welcher Patient in welche Gruppe passen könnte.
Die Psychotherapie ist immer auch ein experimenteller Raum, in dem neue Erfahrungen gemacht werden können. Sie können erfahren, wie Sie als Person auf andere wirken, Sie können Rückschlüsse für Ihren Alltag ziehen, erfahren mehrere Rückmeldungen – viel mehr als im Einzelkontakt möglich wären.
Sie erleben Veränderungen in Ihrem Inneren, selbst wenn sie nicht in jeder Sitzung selbst ein Thema bearbeiten. Und Sie können an den Fortschritten der „alten Hasen“ teilhaben, was die Zuversicht in die eigene Entwicklung und Heilung verstärkt.
In der Gruppe entscheiden immer die Teilnehmenden, was bearbeitet wird, ich entscheide wie das Thema bearbeitet wird. Sollten Sie jedoch nicht an sich aktiv arbeiten wollen und sich „behandeln lassen“, wie etwa beim Zahnarzt, bei dem Ihre einzige Aufgabe es ist, den Mund geöffnet zu halten, dann werden Sie weder in der Gruppen- noch in der Einzeltherapie wesentliche Erfolge erzielen.
Im geschützten Rahmen können Sie neues Verhalten einüben, sich auf andere Perspektiven einlassen und vielfältige Lösungsansätze für sich überprüfen. Und Sie erhalten ehrliche Rückmeldungen von mehreren Personen, ohne die Befürchtung haben zu müssen, daß wertvolle Kontakte belastet oder beendet werden, was im Alltag oft nicht möglich ist.
Viele der Teilnehmende befürchten außerdem, durch die Berichte anderer belastet zu werden. Diese Befürchtung erweist sich am Ende der Therapie häufig als unbegründet. Im Gegenteil: Sie lernen Abgrenzungsstrategien und sich vom Leid anderer zu distanzieren, ohne den Kontakt und die Empathie zu verlieren.
Die Psychotherapieforschung liefert Beweise, daß die Gruppenpsychotherapie genauso wirksam ist wie eine Einzeltherapie. Leider werden Gruppen deutlich weniger angeboten, da hierfür eine gesonderte Ausbildung erforderlich ist und die räumlichen Gegebenheiten vorhanden sein müssen. Gleichzeitig können in der Gruppe deutlich mehr PatientInnen adäquat versorgt werden, was die Wartezeiten auf einen Therapieplatz enorm verkürzt.
Eine Erfahrung: die Teilnehmenden, die ein Therapiebuch führen, profitieren am meisten.
Psychotherapie heißt handlungsfähig zu werden!
Videos:
https://www.youtube.com/shorts/DIhK_BG6ai8
https://gruppenplatz.de/info/gruppentherapie_video
- Eine Gruppenpsychotherapie wird über die Krankenversicherung finanziert.
- Kontakt: kopp@psychotherapie-centrum-whv.de
