
Gruppenpsychotherapie
mit Dipl. Psych. Andrea Kopp
Nach mehreren Erfahrungen mit Gruppenpsychotherapie in verschiedenen Kontexten, wie Beratungsstellen, Kliniken und Rehaeinrichtungen bin ich überzeugt von der Wirksamkeit von Therapien im Gruppensetting. Und: Wir leben von Beginn an in Gruppen: zunächst in der Familie, der Schule und Ausbildung, später auch im Arbeitsleben, in Vereinen und im Freundeskreis.
In meiner Praxis führe ich zunächst Einzelgespräche mit den PatientInnen, um dann die Therapie zu beantragen. Alle neuen TN der Gruppentherapien sichern zuvor schriftlich die Vertraulichkeit zu, da diese für ein vertrauensvolles Arbeiten unabdingbar ist. Eine Gruppensitzung dauert 100 Minuten und umfasst 3-9 TN. Diese kennen sich sinnvollerweise nicht aus Ihrem Alltag. Sollte dies trotzdem (meist überraschenderweise) der Fall sein und Sie treffen in der Gruppe auf Bekannte oder ArbeitskollegInnen, sollten wir das unverzüglich miteinander besprechen.
Alle meine Gruppen sind halboffen (erst wenn TN die Therapie beenden, können neue TN dazukommen), wobei ich viele Überlegungen im Vorfeld anstelle, welche Patientin und welcher Patient in welche Gruppe passt.
Die Psychotherapie ist immer auch ein experimenteller Raum, in dem neue Erfahrungen gemacht werden können. Sie können erfahren, wie Sie als Person auf andere wirken, Sie können Rückschlüsse für Ihren Alltag ziehen, erfahren mehrere Rückmeldungen – viel mehr als im Einzelkontakt möglich wären.
Sie erleben Veränderungen in Ihrem Innern, selbst wenn sie nicht in jeder Sitzung selbst ein Thema bearbeiten. Und Sie können an den Fortschritten der „alten Hasen“ teilhaben, was die Zuversicht in die eigene Entwicklung und Heilung verstärkt.
In der Gruppe entscheiden immer die TN, was bearbeitet wird, ich entscheide wie das Thema bearbeitet wird. Sollten Sie jedoch nicht an sich aktiv arbeiten wollen und sich „behandeln lassen“, wie etwa beim Zahnarzt, bei dem Ihre einzige Aufgabe es ist, den Mund geöffnet zu halten, dann werden Sie weder in der Gruppen- noch in der Einzeltherapie wesentliche Erfolge erzielen.
Im geschützten Rahmen können Sie neues Verhalten einüben, sich auf andere Perspektiven einlassen und vielfältige Lösungsansätze für sich überprüfen. Und Sie erhalten ehrliche Rückmeldungen von mehreren Personen, ohne die Befürchtung haben zu müssen, daß wertvolle Kontakte belastet oder beendet werden, was im Alltag oft nicht möglich ist.
Viele der TN befürchten außerdem, durch die Berichte anderer TN belastet zu werden. Diese Befürchtung erweist sich am Ende der Therapie häufig als unbegründet. Im Gegenteil: Sie lernen Abgrenzungsstrategien und, sich vom Leid anderer zu distanzieren, ohne den Kontakt und die Empathie zu verlieren.
Die Psychotherapieforschung liefert Beweise, dass die Gruppenpsychotherapie genauso wirksam ist wie eine Einzeltherapie. Leider werden Gruppen deutlich weniger angeboten, da hierfür eine gesonderte Ausbildung erforderlich ist und die räumlichen Gegebenheiten vorhanden sein müssen. Gleichzeitig können in der Gruppe deutlich mehr PatientInnen adäquat versorgt werden, was die Wartezeiten auf eine Therapieplatz enorm verkürzt.
Eine Erfahrung: die TN, die ein Therapiebuch führen, profitieren am meisten.
Psychotherapie heißt handlungsfähig zu werden!
Videos:
https://www.youtube.com/shorts/DIhK_BG6ai8
https://gruppenplatz.de/info/gruppentherapie_video
Infos:
Was unsere Klienten über die Gruppen-Psychotherapie sagen
Ich hatte mich mit dieser Möglichkeit noch nicht beschäftigt und der Gedanke, meine Probleme, Gedanken und Gefühle vor fremden Menschen auszubreiten, bereitete mir grosses Unbehagen. Trotzdem wollte ich der Sache wenigstens eine Chance geben. Und es erwartete mich exakt das, was ich mir vorgestellt hatte.
Ein Stuhlkreis, fünf Fremde und meine Therapeutin.
Trotz aller Bedenken konnten wir als Gruppe relativ schnell Parallelen erkennen und uns ausgesprochen gut austauschen. Ich fühlte mich verstanden und es war dadurch leicht mich zu reflektieren. Es gab einen wöchentlichen Termin, an dem wir Themen einbringen konnten, an dem wir Übungen besprochen oder durchgeführt haben und an dem wir ohne Druck einen Beitrag leisten konnten - oder eben nicht.
Der wöchentliche Termin wurde zu einer wichtigen Stütze meines Alltags und dem Prozess meiner Entwicklung. "Das ist ein Thema für die Gruppe!" wurde in meinem Kopf zu einer wichtigen Kategorie und ein Werkzeug im Alltag.
Und frei nach dem Motto: "Es ist einfacher bei anderen Antworten zu finden, als bei sich selbst!" haben wir ein großartigen Weg gefunden uns gegenseitig in unserem Prozess zu begleiten und zu unterstützen. Ich kann sagen, dass ich mit der Gruppe für mich persönlich sehr wichtige Menschen gefunden habe, die mir geholfen und mich begleitet haben. Und auch nach Abschluss der Gruppentherapie treffen wir uns heute regelmäßig zum Essen, um uns auszutauschen und uns zu unterstützen. Daher kann ich sagen, dass ich im Nachhinein sehr froh bin, an der Gruppentherapie teilgenommen zu haben und ich kann jedem nur empfehlen sich auf die Idee einzulassen und den Weg der Gruppentherapie zu versuchen.
Herr T.
Im Laufe meines Lebens habe ich schon öfter Einzeltherapie und Gruppentherapie in Anspruch genommen. Ich kann von daher sagen, dass ich von der Gruppentherapie sehr profitiert habe.
Natürlich fand ich es anfangs schwer mich einzulassen, hat Schamgefühle mich mit meiner Thematik zu äussern. Das legte sich nachdem ich zugehört habe und einfach anfangs nur dagewesen bin. Durch die Schilderungen/Thematiken der anderen Gruppenteilnehmer bekam ich mit, das sie ähnlich erlebt haben und ich mich mit meiner Problematik verstanden gefühlt habe. Schließlich war ich nicht mehr damit alleine. Ich erlebte auch, dass sich schwere Themen etwas leichter anfühlten und zeitweise auch gelacht wurde, (ja, das kann auch passieren). Oft waren die eingebrachten Sichtweisen und Erfahrungen wichtig um die eigene Perspektive zu ändern und auch Lösungsansätze zu bekommen.
Die Gruppe trägt.
So wie ich Gruppentherapie im Psychotherapiezentrum Wilhelmshaven erlebt habe, wurde stets lösungsorientiert geschaut.
Herr B.
Am Anfang war da Widerstand. Eine Gruppe von Menschen und in mir das tiefe Bedürfnis, endlich einmal Raum nur für mich zu haben, ohne auch noch die Themen anderer mitzutragen. Ich habe mich trotzdem eingelassen. Und wurde überrascht, mehr noch: überzeugt
Zunächst waren viele Fragen in mir: wer sind die anderen, was darf man sagen, wie viel ist zu viel? Mit der Zeit wurde daraus ein Raum, in dem Schweigen genauso erlaubt war wie Tränen oder Lachen.
Der respektvolle Umgang und die klare Struktur gaben mir Sicherheit. Niemand musste, jede:r durfte.
Im Laufe der Zeit hat sich dann ein Schutzraum entwickelt, und es sind Verbündete auf Zeit in mein Leben getreten. Durch den Austausch in der Gruppe haben sich meine eigenen therapeutischen Erkenntnisse fühlbar potenziert. Innerhalb dieses geschützten Rahmens habe ich mich neu kennengelernt und zugleich soziale Unsicherheiten verarbeiten können.
Die Erfahrung, mich ganz roh zeigen zu dürfen, mit all den Themen, die ich bisher allein getragen hatte, war anfangs eine große Überwindung und letztlich der größte Gewinn.
Ich habe erlebt, dass eine Gruppe mich mit all dem halten kann. Dieses Getragensein hat in mir eine tiefe Stabilität wachsen lassen, die weit über die Sitzungen hinaus wirkt.

